Darlehen – einfaches Finanzinstrument? Einfach zu managen?

Darlehen sind in ihrer Grundstruktur zunächst einmal als einfach zu bezeichnen. Darlehensgeber und -nehmer, Laufzeit, Zins, und Rückzahlung. Natürlich wissen alle, die sich mit der Materie beschäftigen, dass alle zuvor gennannten Parameter des Darlehens Variationen haben können. Ein oder mehrere Darlehensgeber oder -nehmer, variable oder feste Laufzeiten und Zinsen, die auch noch an einen Index oder eine andere Maßzahl gekoppelt sein können und unterschiedliche Rückzahlungsvarianten machen es noch komplexer. Dazu kommen unterschiedliche Zahlungs- und Fixingkonventionen, etc….

Die klassischen Annuitätendarlehen oder endfällige Darlehen mit festem Zins und Rückzahlung am Laufzeitende (plain vanilla) sind im Corporate Umfeld heutzutage eher die Ausnahme. Darlehen werden an die Bedürfnisse der Darlehensnehmer angepasst und die Variationen scheinen schier unendlich.

Standardvarianten sollten mit wenigen Klicks angelegt sein, die fälligen Zahlungen bis zum Ende der Laufzeit berechnet, als zu erwartende Cashflows verbucht und die Zahlungsdateien für die Zukunft generiert sein. Wie funktioniert aber die Erfassung komplexer Darlehensstrukturen in einem Treasury Management System (TMS) und welche Unterstützung kann das TMS dabei leisten? Wir haben dazu drei Beispiele herausgesucht:

1. Darlehen mit 15 Jahren Laufzeit und 5 Jahren Festzins

Laufzeit: 15 Jahre

Nominal: 10.000.000,- EUR, Tilgung 625.000,- EUR p.a. Zinssatz 5 Jahre fest: 0,5% danach 1M EURIBOR , Marge 1 % über die gesamte Laufzeit.

Für ein Darlehen dieser Art ist es kein Problem, die ersten 5 Jahre der Laufzeit darzustellen. Die Zinsen sind fest vereinbart und somit einfach zu kalkulieren. Aber der Einfluss der nach Ablauf zu erwartenden variablen Zinsen auf die langfristige Liquiditätsplanung sollte auch schon darstellbar sein. Hier behelfen wir uns der Daten, die uns die angeschlossenen Informationssysteme übermitteln, um die Zinssätze für die zukünftigen Perioden zu schätzen und daraus den geschätzten Zinsbetrag zu ermitteln. Somit ist bereits heute die langfristige Liquiditätsplanung auch für diese Werte gesichert und abrufbar. Bei Änderungen in der Zinskurve werden die Daten über Nacht neu kalkuliert, angepasst und fließen in die neue Liquiditätskalkulation ein. Die Eingabe des Darlehens ist mit wenigen Mausklicks erledigt, die berechneten Cashflows angelegt und in der Liquiditäts-Planung für die ersten 5 Jahre berücksichtigt. Mit der Anlage eines zweiten Patterns können die Paramater nach Ablauf der Festzinsvereinbarung eingegeben werden.

Screenshot mit Bearbeitungsfenster

Screenshot mit Tabelle

corima berechnet anhand der Zinskurve die voraussichtlichen Zinsen und Tilgungen bis zum Ende der Laufzeit. Ändert sich die Zinskurve, werden die Berechnungen erneut durchgeführt und die Ergebnisse bis hinunter in die Planungs-Cashflows automatisch angepasst. Somit bleibt die Liquiditäts-Planung für die gesamte Laufzeit des Darlehens immer up to date.

2. Baufortschrittsdarlehen

Laufzeit 7 Jahre, 10 Mio. EUR, Auszahlung in 4 Tranchen. Egal was man baut oder erstellt, es kann sich manchmal über einen langen Zeitraum hinziehen und benötigt Finanzierung in Etappen. Der Bau einer neuen Werkshalle oder eines Verwaltungsgebäudes beginnt zum Beispiel mit dem Erwerb des Grundstückes und die Errichtung wird nach einzelnen festgelegten Baufortschritten bezahlt. Auch die Errichtung von Anlagen oder Maschinen kann in Etappen bezahlt und finanziert werden. Die Darstellung dieser Kapitalabrufe kann einfach editieren und dann wie folgt aussehen:

Screenshot mit Bearbeitungsfenster

Screenshot mit Tabelle

Sind die Zinssätze, Margen, Laufzeit etc. erfasst ergibt sich folgende Übersicht der Cashflows von der ersten Auszahlungsrate bis zur Endfälligkeit:

Screenshot mit Tabelle

Auch hier ist selbstverständlich, dass alle Cashflows sofort in die Liquiditäts-Planung einfließen.

3. Darlehen mit Zinsstundungsoption (Kapitalisierung von Zinsen)

Manchmal ist es gar nicht zielführend oder gewünscht, die fälligen Zinsen aus den laufenden Cashflows zu bezahlen. Dann kommen Darlehen mit Zinsstundungs- oder Kapitalisierungsoption zum Einsatz. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf hier auf die Option. Der Schuldner entscheidet von Zinszahlung zu Zinszahlung, ob er die Zinsen bezahlt oder kapitalisiert. Zunächst werden die notwendigen Parameter in der Eingabemaske erfasst…….

Screenshot mit Bearbeitungsfenster

….. dann wird automatisch eine Übersicht der Cashflows erstellt in der jede einzelne Zinszahlung vorab oder bis zum Tag der Zahlung editierbar ist…………

Screenshot mit Bearbeitungsfenster

….die dann bis zum Ende der Laufzeitz ein beispielsweise solches endfälliges Ergebnis haben kann:

Screenshot mit Tabelle

Die flexible Handhabung der Zinszahlung bis zu ihrem Tag der Fälligkeit, sichert eine individuelle Steuerung des Cashflows und der Kapitalisierung der Zinsen, wenn diese Vereinbarung dem vereinbarten Kreditrahmen entspricht.

Fordern Sie uns heraus!

Alle hier gezeigten Darlehen finden täglich in den Portfolien unserer Kunden statt. Die Darstellungen sind anhand von Beispielrechnungen in einer dafür separierten Version der Software erstellt. Alle hier gezeigte Darstellungen sind zur besseren Veranschaulichung verkürzt. Die Zahl der Parameter, die angezeigt werden können, ist je nach Darlehensform teilweise um ein Vielfaches höher.

Wir glauben, dass wir jedes Darlehen rechnen, editieren und darstellen können. Sie haben eine Darlehensform, die Ihnen in Ihrer täglichen Arbeit Kopfzerbrechen bereitet? Senden Sie uns die Parameter und Bedingungen, natürlich gerne in einer abgeänderten beispielhaften Form und wir senden Ihnen unserer Ergebnisse zu. Mail an: sco@copsgmbh.com

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